2025
Zuversicht
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Freude für alle: Handfeste Hilfen schenken Hoffnung

© Winckler

Es sind nur acht Stufen. Aber eben genau acht Stufen zu viel. Zumindest für Elsa. Denn das Mädchen ist auf einen Rollstuhl angewiesen. Aber die Zehnjährige, die mit einer seltenen Knochenkrankheit klarkommen muss, hat Grund zum Strahlen: Seit ein paar Monaten hilft ihr ein Lift mit einer Plattform, die hohe Treppe zum Haupteingang ihrer Schule zu bewältigen – und bald nicht nur ihr, sondern künftig auch anderen Kindern mit Handicaps.

Die Eltern des aufgeweckten Mädchens hatten lange gesucht, um eine passende Schule für ihre Tochter zu finden. Beim Jenaplan-Gymnasium stand auch für Elsa schnell fest: „Da will ich hin!“ Die Schule will ganz bewusst Kinder mit besonderem Betreuungs- oder Förderbedarf integrieren. Untergebracht in der früheren Soldanfabrik an der Stadtgrenze von Nürnberg und Fürth, hatte sie allerdings, wie übrigens viele andere, bisher keinen barrierefreien Zugang.

Die Eltern und die Schulverantwortlichen suchten intensiv nach einer Lösung, doch trotz aller Bemühungen fehlten ein paar tausend Euro. Bis die Aktion „Freude für alle“ des Verlags Nürnberger Presse (VNP) ins Spiel kam: Als sie die Zusage gab, die Anschaffung und Installation eines Treppenlifts zu unterstützen, fiel allen Beteiligten ein Stein vom Herzen: Nun ist der Lift seit ein paar Monaten in Betrieb – und Elsa kann ganz selbstständig von der Straße ins Gebäude und wieder hinaus ins Freie gelangen.


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Zuversicht und Lebensmut

Das ist eines der anschaulichsten Beispiele dafür, wie die VNP-Hilfsaktion Menschen, die es schwerer haben als andere, ganz praktisch den Alltag erleichtert und damit die Grundlage schafft und Wege ebnet, dass sie neue Zuversicht und frischen Lebensmut schöpfen können. Das gelingt über die materielle Unterstützung hinaus erstaunlich und erfreulich oft.

Besonders leicht lässt sich das im Zusammenhang mit schweren Erkrankungen oder Behinderungen nachvollziehen: Die Freude ist riesig, wenn zum Beispiel ein Fahrzeug mit Rampe und Platz für einen Rollstuhl beschafft werden kann, damit die Betroffenen mobil bleiben, vor allem Eltern mit Kindern. Oder wenn es gelingt, die Ausbildung eines Vierbeiners zum Assistenzhund zu stemmen – wobei fast immer mehrere Partner zusammenhelfen müssen. Oder bei der Finanzierung besonderer Therapieformen oder -geräte wie zuletzt ein Leuchttisch zur Sinnesschulung für Kinder im Blindeninstitut Rückersdorf.

Zuversicht – das brauchen ganz besonders auch Menschen bei oder nach einer Trennung mit nicht selten schmerzhaften Umständen. Manche stehen da ziemlich plötzlich vor dem blanken Nichts: Vor allem bei sozial schwachen Familien verfügt der Partner, der einen zuvor gemeinsamen Haushalt verlässt, oft nicht mal mehr über die nötigste Grundausstattung wie Betten, Schrank, Herd und Kühlschrank. Das Jobcenter zuckt meistens mit den Schultern und verweist darauf, dass die Betroffenen ja schon einmal eine „Erstausstattung“ erhalten hätten – bis zu einer neuen Leistung ist es ein weiter Weg.

Ganz bei Null anfangen müssen häufig auch Alleinstehende oder alleinerziehende Mütter, die in einem Frauenhaus Zuflucht gesucht haben, wenn sie von dort wieder ausziehen sollen und müssen. Und schließlich sind da immer wieder geradezu dramatische Fälle, wenn zum Beispiel der Verlust der Wohnung droht oder eine Stromsperre – und das womöglich, wenn auch Kinder im Haushalt leben. Gefordert sind dann in erster Linie Sozialdienste der Kommunen und der Wohlfahrtsverbände – die nicht selten ebenfalls bei „Freude für alle“ anklopfen und um Beistand bitten. Es gilt, wenigstens die schlimmsten Folgen abzufedern oder abzuwenden, und Perspektiven für einen Neuanfang zu eröffnen.


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Wirksame Hilfen

Ins Leben gerufen wurde die Spendenaktion „Freude für alle“ vor 55 Jahren. Das Ziel: Bürgerinnen und Bürgern in unserer Region in bedrückenden Notlagen oder gar existenziellen Krisen unter die Arme zu greifen – mal einzelnen Bedürftigen, die auf besondere Hilfe angewiesen sind, daneben aber auch größeren Gruppen wie zum Beispiel Wohnungslosen, Klienten von Beratungsdiensten oder von therapeutischen Einrichtungen.

Wie wichtig und wirksam die Hilfen der VNP-Aktion sind, geht nicht zuletzt aus zahlreichen Briefen und Mails hervor, die den Verlag erreichen: Geradezu gerührt bedanken sich viele Empfängerinnen und Empfänger für die Unterstützung. Das Spektrum ist weit gespannt: Es reicht zum Beispiel von warmen Winterstiefeln und einem kleinen Schrank, was sich ein Rentner gewünscht hatte, bis zum endlich erreichbaren Zahnersatz. „Das ist eine große Erleichterung und Freude für mich“, schreibt zum Beispiel Vera G. aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt.


Wahres Glück

„Als Alleinerziehender ist es sehr schwierig, Kindern einigermaßen etwas zu bieten. Da sämtliche Kosten wie für Heizung, Lebensmittel oder Benzin steigen, bin ich wirklich sehr dankbar“, betont eine Mutter aus dem Nürnberger Süden. „Ich konnte mir endlich ein Sofa holen, gebraucht, aber bestens in Schuss.“ Ein wahres Glück ist es schließlich, wenn die Hilfe dazu beiträgt, oft chronische Schmerzen zu lindern oder zu vermeiden. Wie für einen Bewohner einer Erlanger Wohngemeinschaft: „Wegen eines komplizierten Lendenwirbelbruchs benötigte ich schon seit geraumer Zeit eine geeignete Matratze. Jetzt konnte ich sie endlich anschaffen.“ 

Wolfgang Heilig-Achneck