Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit und schon ist es passiert. Im Jahr 2023 registrierte die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) insgesamt 783.426 meldepflichtige Arbeitsunfälle. In 85 Prozent der Fälle verletzten sich Menschen direkt an ihrem Arbeitsplatz. Insbesondere das Fertigungsumfeld, also zu gut deutsch: Eine Fabrikhalle birgt viele Gefahren.
Das weiß auch Maximilian Walter, Sicherheits-Experte bei Siemens in Nürnberg. Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen weltweit arbeitet er daran, diese Gefahren zu minimieren. Für seine innovativen Entwicklungen im Bereich der Arbeitssicherheit wurde er mit dem Siemens-Preis „Erfinder des Jahres 2024“ in der Kategorie „Lebenswerk“ ausgezeichnet.
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Für den Erfinder ist klar: Mitarbeitende sollen sich auf ihre Arbeit konzentrieren können und sich nicht um ihre Sicherheit sorgen. Damit es gar nicht erst zu kritischen Situationen kommt, hat Walter Sicherheitssysteme entwickelt, die diese Gefahren erkennen. Dabei kommen Sicherheitssensoren, Kameras und künstliche Intelligenz zum Einsatz. Die Systeme lernen mit Hilfe künstlicher Intelligenz, zwischen Menschen und anderen beweglichen Objekten zu unterscheiden und nur in echten Gefahrensituationen einzugreifen.
Warum kommt es immer wieder zu Unfällen? Den Grund dafür sieht Maximilian Walter in fehlenden Sicherheitsfunktionen. Diese würden oft überbrückt oder gar nicht erst eingebaut. Hier sieht der Erfinder Optimierungsbedarf.
„Wir brauchen intelligentere Systeme, die einfach zu installieren sind, und die wirklich nur dann eingreifen, wenn tatsächlich eine Gefahr besteht“
– Maximilian Walter.
Seine Systeme ermöglichen es den Mitarbeitenden, sich in einer Art Sicherheitsblase durch die Fertigungszellen zu bewegen. Kommen sie einer Maschine zu nahe, bremst diese ab oder stoppt. Andere bewegliche Objekte wie Roboter, Förderbänder oder Maschinen lösen diese Sicherheitsstopps nicht aus, so dass die Produktion weiterlaufen kann.
Maximilian Walter ist sich sicher, dass durch die Digitalisierung in den nächsten Jahren noch viele Entwicklungen zu erwarten sind. Das spornt den Erfinder an. „Wenn man abends nach Hause geht und von sich sagen kann, dass man das Verletzungsrisiko von Mitarbeiternden minimiert hat, ist das ein gutes Gefühl.“
red