2025
Zuversicht
12/19
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Theater ermutigt, Dinge zu tun, die vorher peinlich waren. Und, klar: Man muß auch den Text lernen. Aber wer das schafft, der hat am Ende nach all den Mühen oft das tolle Gefühl: Ich kann alles schaffen! 

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Das ist der Zauber des Theaters: Hier können Kinder und Jugendliche ihre eigenen Themen verhandeln. 

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„Schauspieler machen sich auch mal zum Affen!“ – das stellen viele Kinder bei ihrem Theaterbesucht erstaunt fest. Wer dann selbst einmal in eine Rolle schlüpft und bei einem Stück mitspielt, der erlebt, wie entspannend es sein kann, einmal alle Hemmungen fallen zu lassen. Manche Kinder, die im Unterricht still und schüchtern sind, leben auch erst auf der Theaterbühne so richtig auf. So paradox es auch klingen mag: Nur hier, auf der Bühne und vor aller Augen, können manche jungen Menschen so richtig aus sich herausgehen – und dann auch jenseits der berühmten Bretter, die die Welt bedeuten, ihr Leben deutlich besser meistern. Denn: Theater macht stark.

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Aus sich herausgehen, sich ausprobieren, auch ruhig mal scheitern: Das alles können Kinder in der Theatergruppe ausprobieren und lernen. Und das macht sie am Ende stärker. 

Theater macht Kinder stark

Die Saaltüren öffnen sich, und 160 Kinder strömen mit ihren Lehrern lachend ins Nürnberger Theater Pfütze. Manche sind aufgeregt, andere noch müde. Heute steht „Die Biene im Kopf“ auf dem Programm. Ein Stück über ein Kind mit alkoholkranken Eltern – harter Stoff. Doch das Kind in dem Stück verwandelt seinen Alltag in ein Computerspiel, überwindet Hindernisse als unermüdliche Biene und meistert Level für Level. 

Ich frage zwei Lehrerinnen, die oft mit ihren Klassen ins Theater Pfütze kommen. „Solche Themen gehören auf die Bühne!“, sagt Ursula Ittner, Lehrerin am Christian-Ernst-Gymnasium Erlangen. „Wir haben danach viel diskutiert. Das zeigt, wie viele Mauern in unseren Köpfen sind, über die es sich zu sprechen lohnt.“ 


Theater regt zum Nachdenken an 

„Mut hängt mit Zumuten und Zutrauen zusammen“, ergänzt Katharina Gänßbauer vom Marie-Therese-Gymnasium Erlangen. „Die Stücke des Theaters Pfütze zeigen das Leben mit allen schönen und schwierigen Facetten. Sie nehmen das Publikum ernst.“ Eine Schülerin sagte nach der Vorstellung, sie habe sich „ermutigt gefühlt zu träumen und loszulassen.“ 

Das erinnert mich an den Jugendclub des Theaters. Dort brachten Jugendliche im letzten Jahr ihre „Show des Scheiterns“ auf die Bühne. Das Stück „Wer kriegt sein Leben in die Reihe?“ erzählte von echten Sorgen und Fragen. Doch gescheitert? Keineswegs! Die Aufführungen waren ein großer Erfolg. 

„Scheitern gehört dazu“, sagt Ursula Ittner. „Gerade beim Theaterspielen! Man lacht, probiert neu, geht aus sich heraus. Rollen sind Möglichkeiten.“ Ihre Schüler berichten nach Besuchen im Theater Pfütze von ihren Erlebnissen: „Die Schauspieler trauen sich, sich zum Affen zu machen. Das macht stark!“ 

Auch Gänßbauers Schüler spüren diese Wirkung. „Theater ermutigt, Dinge zu tun, die vorher peinlich waren.“ Ein Schüler erzählt: „Ich wusste nicht, wie ich den Text lernen soll. Dann habe ich es geschafft. Jetzt weiß ich: Man kann alles schaffen, wenn man will.“ 


Theater schafft einen geschützten Raum 

Doch Theater gibt mehr als Erfolgserlebnisse. Es stärkt das Selbstvertrauen. „Ich hatte eine Schülerin, die auf der Bühne ganz expressiv war, danach aber sagte: ‚Ich bin nur hier so.‘“, erinnert sich Ittner. Ein anderer Schüler, der in der Schule oft Schwierigkeiten hatte, blühte in der Theatergruppe auf. „Er fand dort Anerkennung – und eine Bühne, die ihm sonst niemand gab.“ Für viele ist das der Grund, immer wieder ins Theater zu gehen. Hier können sie ihre eigenen Themen verhandeln. Das ist der wahre Zauber des Theaters. Es sprengt Mauern – in den Köpfen und zwischen Menschen. Und irgendwo da draußen meistert vielleicht gerade ein Kind als Biene das nächste Level. 

red

Theater ermutigt, Dinge zu tun, die vorher peinlich waren. Und, klar: Man muß auch den Text lernen. Aber wer das schafft, der hat am Ende nach all den Mühen oft das tolle Gefühl: Ich kann alles schaffen! 

Das ist der Zauber des Theaters: Hier können Kinder und Jugendliche ihre eigenen Themen verhandeln. 

„Schauspieler machen sich auch mal zum Affen!“ – das stellen viele Kinder bei ihrem Theaterbesucht erstaunt fest. Wer dann selbst einmal in eine Rolle schlüpft und bei einem Stück mitspielt, der erlebt, wie entspannend es sein kann, einmal alle Hemmungen fallen zu lassen. Manche Kinder, die im Unterricht still und schüchtern sind, leben auch erst auf der Theaterbühne so richtig auf. So paradox es auch klingen mag: Nur hier, auf der Bühne und vor aller Augen, können manche jungen Menschen so richtig aus sich herausgehen – und dann auch jenseits der berühmten Bretter, die die Welt bedeuten, ihr Leben deutlich besser meistern. Denn: Theater macht stark.

Aus sich herausgehen, sich ausprobieren, auch ruhig mal scheitern: Das alles können Kinder in der Theatergruppe ausprobieren und lernen. Und das macht sie am Ende stärker.